April 2026

Nachfolgend finden Sie "Chresdaag  Morgen" von Peter Zirbes. Diese Version hat er für sein 1891 erschienenes Buch "Eifelsagen, Lieder und Gedichte" geschrieben. (Das Bild zeigt den Autor. Ort, Jahr und Fotograf sind unbekannt.)

Bitte lesen Sie das Gedicht in Ihrem eigenen Dialekt, so wie Sie es in Ihrem Ort vorlesen würden.

Wird es von Ort zu Ort unterschiedlich klingen?
Vermutlich ja - und das macht die Eifel zu dem, was sie ist.

Chresdaag Morgen.

(Kreis Wittlich.)

Op Chresdaag Morgen wor et kaalt
On ziemlich hart gefroren,
Dô krieht den Hôhn an aler Freh:
„Den Heiland aß geboren!“

Dô billt den Hond: „Wuwu, wuwu,
Wu aß en dann se fannen?“
Dô bläzt de Geeß: „Zo Bädleheem!“
On bliev net langer hannen.

Den Hond, dä sät: „Ich lofen dôr,
On wär’ et honnert Stonnen,
On läkt’ em sei kal Feeßcher wôrm,
Wann ich en hätt’ gefonnen.“

Dô sät den Hôhn: „Ich zeert’ en schien
Mat Fädern sonner gleichen.“
Dô sät de Geeß: „Ich giev em Melch;
Sant Jusep soll mich streichen!“

***

On wat geß d a u, o Mänschekand,
Deim Gott aus dreiem Herzen?
Wells dau an Send on Onverstand
Dei Sielenheel verscherzen?

Dau brauchs net iwer Land on Meer
Nô Bädleheem se ränen:
Den Heiland fendsde iweral,
Wann dau en wells erkänen.