Die Sage vom Breckemamänchen
Oberhalb von Deudesfeld gibt es ein Waldstück was „Breckem“ genannt wird.
Hier lebte vor langer Zeit ein sehr menschenscheuer Einsiedler:
Das Breckemamänchen.
Er hauste in einem von Stöcken und Ginster geflochtenem Unterstand im Breckemer Wald in der Gegend wo jetzt das Wassertretbecken ist.
Wenn man ihn im Wald manchmal von weitem sah tauchte er sofort im Gebüsch unter.
Er war ein hagerer etwas kleinwüchsiger uriger Kerl und lahmte ein bisschen, weil er beim beschaffen von Obst hinter Plonien Klos seinem Haus vom Kirschbaum gefallen war.
Im Dorf wurde er am Tag so gut wie nie gesehen. Er versorgte sich meist des Nachts mit Früchten und Gemüse aus den Dorfgärten und mit Kartoffeln von den Feldern.
Wurde über Tag im Dorf frisches Brot gebacken, holte er sich des Nachts auch davon gelegentlich einen Laib aus dem Backes mit.
Wenn am Tag aus dem Dorf Schweinegeschrei zu hören war wusste er ,….heute ist Hausschlachtung.
Dann nahm er die Gelegenheit über Nacht war und ließ meist eine Blut und Leberwurst, die zum auskühlen im Backes auf einem Stock hing, mitgehen.
Wo der Messwein in der Sakristei stand war ihm auch bekannt, auch da nahm er sich manchmal nachts eine angebrochene Flasche mit. Dadurch gerieten meistens die Messdiener in Verdacht.
Auch ein Häschen oder eine Taube aus dem Breckemer Wald lies er sich manchmal schmecken, denn er war kein Vegetarier.
Doch nicht alle Beschaffungen des Breckemamänchen sind erfolgreich verlaufen.
An der Mausen Mühle wurde er beim Versuch Mehl zu stibitzen vom großen Müllerhund überrascht der ihm dann noch einen weiteren Fetzen von seiner ohnehin zerrupften Jacke abriss und er musste ohne Mehl vom Hund verfolgt die Flucht ergreifen.
Mit Milch versorgter er sich auch meistens nachts in den Ställen durch das melken von Kühen.
Einmal wurde er dabei vom Rodebüscher erwischt weil die Kuh durch das laienhafte melken sehr laut brüllte und den Rodebüscher aufweckte.
Der erschien darauf schimpfend am Schlafzimmerfenster und goss dem flüchtenden Breckemamänchen den gut gefüllten Nachttopf über den Kopf.
Das Breckemamänchen flüchtete so uringetränkt aber ohne Milch wieder auf Breckem und tauchte für einige Zeit bis zum nächsten Versuch unter.
Er wurde auch zur Erziehung der Kinder herangezogen in dem man ihnen drohte:
Wenn du dich nicht schickst holt dich das Breckemamänchen mit.
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Als vor 55 Jahren in Deudesfeld ein Karnevalsverein gegründet wurde nannte man diesen „Die Breckemamäncha“.
Seitdem verkörpert Horst Bender - der auch diese Sage eingeschickt hat - ununterbrochen „Das Breckemamänchen“ in der Bütt als Symbolfigur des Deudesfelder Karnevals.
Weil er von Breckem einen guten Überblick übers Dorf hat beobachtet er das Dorfgeschehen im ganzen Jahr und erzählt die besten Episoden in Reimform an Karneval in der Bütt.
